https://www.gravatar.com/avatar/4cb697fbce73d59bb0be9bacee660676?s=240&d=mp
Notizen aus Newcastle in Australien.

Show me the malli...

Das Geld liegt bekanntlich auf der Straße. Zum Glück haben wir einen erfahrenen Geldsucher in der Familie: Valentin. Wie ein ein gut dressierter Trüffelsuchhund schnüffelt er nach Geld und es vergeht wirklich kein Tag ohne einen Geldfund. Ob im Flughafen in Dubai oder hier um die Ecke an der Homebush-Zugstation: Wir schauen in irgendein Schaufenster, Valentin nutzt die Zeit, schaltet in den Suchmodus um und streckt uns kurze Zeit später seine kleinen, klebrigen Hände mit einer Geldmünze entgegen.

Ein Haus am Meer, ein Baumhaus und 100 Punkte

Gestern waren wir mit Jolanda und mit Vincent mal wieder in Newcastle. Bis nach Newcastle sind es von Sydney aus etwa 2 Stunden Fahrt. Die ersten 40 Minuten bewegten wir uns in Schrittgeschwindigkeit durch den ziemlich dichten Verkehr in Sydney. Allein das ist schon ein Grund, nicht hier zu wohnen. Denn hier ist eigentlich immer und überall Stau. In Newcastle haben wir uns einige Häuser angeschaut. Da wir die Nachbarschaften erst ein wenig lernen müssen, besichtigten wir verschiedene Objekte in ganz unterschiedlichen Nachbarschaften.

Connect us!

In den letzten Tagen waren wir mit verschiedenen Dingen beschäftigt, die hier nicht so richtig reinpassen. Sie sind langweilig, aber für uns wichtig: Anmeldung im Gesundheitssystem, Steuerangelegenheiten, Bankgeschäfte, Handynummern. Abgesehen davon, hat es einige Tage gedauert, bis wir hier in dieser Zeitzone angekommen sind. Das heißt: Ab etwa 1:00 Uhr morgens lag eine immer wieder unterschiedliche Mischung von Kindern bei uns im Bett. Das hatten wir schon lange nicht mehr.

Der bemalte BH und eine Stockdame

Nachdem wir alle unsere 22 Gepäckstücke endlich zusammen hatten sind wir voller Vorfreude auf Grandma und das Land aber auch etwas ziemlich lädiert durch die letzte Passkontrolle (übrigens die auf der Seite der australischen Familien) und endlich aus der „Arrivals Hall" ( ihr seht ich habe die Englischvokabeln gewissenhaft gelernt) raus. Es folgte eine überschwängliche Begrüßung mit Familie und leider auch mit den Winterjacken. Welcome back ihr treuen Seelen! Wer uns also beneidet in den warmen Süden und zum Meer fliegen zu dürfen, wird enttäuscht: acht Grad und eine gemütliche Nacht mit Wollsocken, dickem Schlafanzug, Daunendecken und einer Wolldecke oben drüber fühlt sich jetzt nicht so nach Tropenurlaub an (hier im „Warmen" gibts natürlich auch keine Heizungen).

Noch ist es nicht soweit. Wir sitzen in der Executive Superduper Lounge im Flughafen Zürich. Serviert werden gerade mit heißem Wasser übergossene Lobster, dazu gibt es Champagner und für die Kleinen frischen Orangensaft und Double Choc Donuts – schön wäre es. Stattdessen sitzen Lilia und ich hier neben insgesamt 13 Taschen und Koffern auf drei Wägen und warten auf die restliche Familie, die momentan im Zug so ungefähr hinter Radolphzell unterwegs sind.

Wir werden leichter

Auf dem Weg nach Australien hangeln wir uns von Meilenstein zu Meilenstein. Heute war wieder so einer: Ein Teil von uns durfte den langen Weg per Schiff antreten. 15 Kisten und sechs Fahrräder. Das hört sich zunächst nach viel an, doch allein Elektrogeräte wie meine Getreidemühle, meine Silvia-Kaffeemaschine, Kaffeemühle, Küchenmaschine und — unser einziges Luxusstück — die Eismaschine belegten schon einige Kisten. Uns wurde eine Überseekiste versprochen. Wie sieht so eine Kiste aus?

Mein letztes Brot

Unser Versorgungskeller ist nun leergeräumt und die letzten Eimer mit Mehl mussten weg. Auch den Sauerteig im Kühlschrank werden wir bald entsorgen. Leider darf ich meinen über viele Jahre gefütterten Sauerteig nicht nach Australien nehmen. Gestern habe ich aus Restmehlen ein Brot gebacken. Auf dem Bild seht Ihr mein „Good-bye"-Brot: 100g Roggen, 500g 550er Gelbweizenmehl von Mona und Wolf, 100g Dinkelmehl, 300g Weizenvollkorn aus der Mühle. Ich lerne ja gerade die „Weinheimer Brotsprache".

Soll das mit?

Als ich 1997 nach San Francisco zog, passte mein materielles Leben in drei Koffer… 2001 ging es weiter nach Portland. Ich mietete einen Pick-up Truck, auf den mein neues Schlafsofa und die restlichen Sachen luftig Platz hatten.. 2002 reichte mir ein kleiner Truck für den Umzug nach Vancouver. In Portland hatte ich aus einer schönen Tischplatte und zwei Blöcken einen Schreibtisch gebaut. Den nahm ich mit. 2004 verkaufte und verschenkte ich die meisten Sachen.

Joe Heller hat genug - und ich auch

Momentan stelle ich mir sehr oft die Frage, was zu viel ist und was reicht. Wir wollen so leicht wie möglich reisen und deswegen reduzieren wir gerade. Aber wann ist es genug? Wann reicht es? Wie viele Unterhosen brauchen wir wirklich (und was mache ich mit all den anderen, die noch keine Löcher haben?) Welche Jacken soll ich mitnehmen? Brauche ich alle 15, für jede Wettersituation eine andere? Brauche ich wirklich alle Kabel, die hier so herumliegen?

Ein Blog aus Australien - Das gab es doch schon mal!

Vor zwölf Jahren sah die Welt noch anders aus: Als wir zum ersten Mal nach Australien zogen, war Facebook noch ganz klein und unbedeutend, die wichtige Fotosharing-Site war Flickr. Wir haben mit Freunden und Familie per Skype telefoniert und WhatsApp gab es schon gar nicht. Irgendwie war das auch schön. Wir sind auf die andere Seite der Welt gezogen und haben immer mal wieder kleine Vignetten der Erinnerung nach Deutschland geschickt.